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Krankheiten und Verletzungen

 

Vogelspinnen sind Lebewesen und Lebewesen werden krank oder können verletzt werden. Davon sind natürlich auch Vogelspinnen nicht ausgeschlossen. Grundsätzlich sind Spinnen wie alle anderen Tiere auch, zum einen durch Krankheiten, die durch Viren, Pilze oder Parasiten verursacht werden, und zum anderen durch Verletzungen, die durch Feinde zugeführt werden oder auch durch ungeschicktes Verhalten der Spinnen oder der Pfleger verursacht werden, gefärdet. Weiterhin können Vogelspinnen durch falsche Haltung in ihrer Gesundheit beeinträchtigt werden.



 

Verletzungen

Als Verletzungen kann man jede Art von Wunden bezeichnen, die nicht durch eine Krankheit veruracht wurden. So kann man als Verletzungen z.B. offene, blutende Wunden an Körperteilen der Spinnen bezeichnen oder auch Brüche und Verlust von Gliedmaßen wie Beinen, Tastern, Cheliceren oder Spinnwarzen. Sie entstehen meist durch Stürze der Spinnen oder durch Angriffe von Feinden sowie auch durch Futtertiere. Weiterhin können Verletzungen bei der Häutung der Spinnen entstehen.
Verletzungen sind oft leicht erkennbar. Offene Wunden bei Spinnen bluten wie bei anderen Lebewesen auch. Das Blut der Spinnen ist allerdings nicht rot sondern eher klar oder etwas trüb. An kleinen Wunden bildet sich meist je nach Größe der Wunde ein kleiner oder größerer Tropfen der Hämolymphe, wie das Blut der Wirbellosen in Fachkreisen genannt wird. Ist die Wunde klein und sind keine inneren Verletzungen wichtiger Organe entstanden, so ist die Verletzung meist ohne größere Folgen für das Tier. Sie heilt selbst ab und muß auch nicht behandelt werden. Es kann jedoch auch passieren, dass die Verletzung größere Ausmaße besitzt und die Spinne durch die Wunde relativ große Mengen der Körperflüssigkeit verliert. In solchen Fällen sollte dem Tier unbedingt geholfen werden, weil es sonnst leicht verbluten kann, denn die Menge des Blutes in einem solch kleinen Körper ist nicht besonders groß.

 

Verletzungen durch Stürze, Handhabung und Futtertiere

Einige bodenbewohnende sowie alle baumbewohnende Vogelspinnenarten sind in einem Terrarium recht aktiv und gehen gelegentlich auf den Wänden oder sogar auf der Decke des Terrariums spazieren. In solchen Fällen kann es vorkommen, dass sie an den Scheiben abrutschen oder sich komplett von diesen lösen und auf den Boden des Terrariums fallen. Fallen sie dabei auf harte Gegenstände wie Steine oder Korkkanten, so kann das Abdomen, besonders bei gut genährten Spinnen leicht aufplatzen, weil es nur von einer dünnen Haut und nicht von einem Chitinpanzer umgeben ist, wie der restliche Körper der Spinne. Solche Stürze könne zu sehr massiven Rissen im Abdomen führen, die in den meisten Fällen nicht mehr von selbst abheilen können und auch kaum durch den Pfleger oder gar einen Tierarzt behandelt werden können. Sie führen unweigerlich zum Tod des Tieres.
Weiterhin können bei solchen Stürzen verletzungen der Gliedmaßen entstehen. Sie können abknicken oder ebenfalls offene Wunden abbekommen. In solchen Fällen ist es meist möglich die Spinne noch zu retten, da die Extremitäten keine Lebenswichtigen Organe darstellen oder beinhalten.
Weitere zum Teil unnötige Gefährdung der Spinnen entsteht durch die 'Handhabung' der Tiere. Viele nehmen ihre Spinnen in die Hände und lassen sie auf dem Körper klettern. Die Spinnen sind meist sehr schreckhaft und können durch einer unvorsichtigen Bewegung erschreckt werden. Sie rennen dabei los und können von der Hand auf den Boden fallen. Ein sturz aus einem Meter Höhe würde bei Bodenbewohnern, die vor dem auf die Hand nehmen natürlcih gut gefüttert werden, unvermeidlich zum Aufplatzen des Abdomens führen.
Weiterhin können Verletzungen durch Futtertiere entstehen. Heuschrecken z.B. haben an Hinterbeinen sehr scharfe, harte Dorne, die den Chitinpanzer der Spinne durchaus durchdringen können. Versucht sich eine kleine Spinne an einer ausgewachsenen Heuschrecke, so kann es durchaus zu Verletzungen kommen. Diese Fälle sind jedoch äußerst selten. Schon häufiger kann es zu Bisswunden durch Mäuse kommen. Einige große Vogelspinnenarten sind in der Lage auch ausgewachsene Mäuse zu fangen und zu fressen. Dabei ist es schon zu Bisswunden an den Extremitäten der Spinnen gekommen, da die Maus nicht sofort nach dem Greifen tot ist und sich noch einige Sekunden lang wehrt. Solche Verletzungen sind solange sie nicht das Abdomen oder den Cephalothorax treffen eher ungefährlich und werden von der Spinne gut überstanden.
Anders kann es ausgehen wenn die Spinne währen der Häutung von Futtertieren wie z.B. Heimchen oder Schaben angefressen wird. Die Spinne ist in diese Situation absolut wehrlos und das eigentliche Futter wird schnell zum Fresser. Da bei einer frisch gehäuteten Vogelspinne der Chitinpanzer noch nicht ausgehärtet ist, haben die Heimchen keine Probleme den Körper oder die Extremitäten anzuknabbern. Auch hier gilt: solange nur Extremitäten oder Fühler in geringem Maße betroffen sind, besteht auch eher geringe Gefährdung für die Gesundheit der Spinne. Sind die Wunden aber großflächig und stark blutend oder betreffen das Abdomen oder den Vorderkörper, so ist die Spinne stark gefährdet.

 

Vorbeugung von Verletzungen

Eine Spinne kann kaum daran gehindert werden, die Wände des Terrarioms hochzuklettern. Allerdings kann man als Spinnenpfleger zumindest dafür sorgen, dass die Spinne im Falle eines Sturzes eine Weiche Landung erfährt. So sollte man Steine oder Korkstücke mit scharfen Kanten im Terrarium vermeiden. Wenn man trotzdem welche ins Terrariom legt, dann sollten sie eher nicht in der Nähe der Wände platziert werden. Kakteen oder andere Pflanzen mit Dornen sind in einem Spinnenterrarium grundsätzlich zu vermeiden. In der Natur wird es kaum vorkommen, dass eine Vogelspinne auf einen Kaktus stürzt. Im Terrarium ist es nicht auszuschließen.
Bissverletzungen durch Mäuse können nur dadurch vermieden werden, dass man keine Mäuse, zumindest keine lebenden, vefüttert. Macht man es doch, so kann man nur hoffen dass nichts passiert. Es soll aber nicht heißen, dass es der Regelfall ist, dass die Spinne bei der Fütterung mit Mäusen verletzt wird.
Das Ankanbbern durch Futtertiere bei der Häutung kann dadurch vermieden, dass man seine Spinnen beobachtet und kurz vor einer bevorstehenden Häutung kein Futter mehr ins Terrarium gibt, zumal die Spinne es sowieso nicht annimmt. Bei Schaben sollte man grundsätzlich darauf achten, dass sie von der Spinne sofort gegriffen wird und sich nicht im Terrarium verstecken können, weil sie dann nur noch schwer zu finden und einzufangen ist.

 

Behandlung von offenen Wunden

Die Behandlung von verletzten Spinnen ist für Anfänger nicht leicht. Dabei müssen offene relativ stark blutende Wunden nicht unbedingt zum Tod der Spinne führen, wenn sie rechtzeitig und richtig behandelt werden. Bei größeren Wunden muss man allerdings erkennen, wenn es keinen Sinn mehr hat und die Spinne evtl. durch Einfrieren in der Kühltruhe von den Leiden, die sonnst noch recht lange dauern können, erlösen.
Es gibt eine Menge Berichte in der Literatur und im Internet über Unterschiedliche Behandlungsmethoden. Bei offenen Wunden geht es meist darum die Blutung zu stoppen und die Wunde zu verschließen, damit es zu keiner Infektion kommt. Dies kann man mit verschiedenen Mitteln erreichen. Eine gute Methode ist die Wunde mit einer normalen Heilsalbe mit Hilfe eines Wattestäbchens zu bedecken. Bei aggressiven Spinnen kann man das Wattestäbchen mit einer langen Pinzette halten. Die Salbe sollte dabei im Optimalfall nur auf die Wunde gelangen und nicht auf andere nicht betroffene Körperteile. Die Salbe ist meist recht klebrig und stoppt ganz gut die Blutung. Eine andere Methode ist das bedecken der Wunde mit Talkumpuder oder sogar mit Puderzucker. Was auch gut funktionieren soll ist das Besprühen mit Sprüverband. Das soll auch bei etwas größeren Wunden funktionieren. Dabei sollte man allerdings aufpassen, dass nicht die Sinneshaare oder Augen des Tieres was abbekommen. Weiterhin sollte das Sprühverband nicht auf Gelenke gelangen, weil diese dadurch verkleben könnten. Allgemein gilt hier: so viel wie nötig und so wenig wie möglich von den Mitteln benutzen. Die Mitteln sind nicht für solch kleine Wirbellose gedacht und könnten in höheren Konzentrationen mehr Schaden als Nutzen anrichten.
Manchmal kann es notwendig und sinnvoll sein eine etwas radikalere Methode anzuwenden - die Amptation des betroffenen Gliedmaßes. Das kann natürlich nicht auf das Abdomen angewendet werden. Auch die Cheliceren sollten nicht mit dieser Methode 'geheilt' werden. Sie sollte ausschließlich auf Laufbeine oder Taster angewendet werden. Und zwar nur in Fällen, wenn diese Gliedmaße massiv verletzt sind. Wenn das der Fall ist, besteht nämlich die Gefahr, dass die Spinne bei der nächsten Häutung Schwierigkeiten haben wird, die alte Haut wegen eben dieser Verletzungen abzustreifen. Die Amputation kann auf verschiedene Weise durchgeführt werden. Die erste Methode ist, das Bein oder den Taster mit einem Skalpel oder einer Schere am nächsten Glenk über der Wunde abzuschneiden. Dabei kann es allerdings passieren, dass die Spinne hinterher mehr blutet als vorher. Deshalb die bessere Methode. Man packt die Spinne mit einer Pinzette am Betroffenen Glied oberhalb der Wunde und zieht vorsichtig daran solange bis die Spinne das Bein selbst abwirft. Dazu sind Spinnen wie auch Eidechsen in der Lage. Das Bein klinkt in der Nähe des Körpers einfach aus. Dies ist für die Spinne nicht weiter schlimm, denn mit der nächsten Häutung ist das Bein weider da. Es ist zunächst ganz klein. Wird aber von Häutung zu Häutung immer größer und ist nach 4-5 Häutungen wieder kaum von anderen zu unterscheiden.



 

Krankheiten

Neben Verletzungen gibt es eine Reihe Krankheiten, die Spinnen durch Infektionen oder durch Parasiten bekommen können. Allerdings ist dieser Bereich recht wenig erforscht, so dass sich hier größtenteils nur allgemeine Aussagen machen lassen.
Grundsätzlich kann man Krankheiten von Vogelspinnen einteilen in Erkrankungen durch Pilzbefall, Infektionen, Parasitenbefall, speziell durch Würmer und weitere innere Erkrankungen.

 

Pilzbefall

Bei zu feuchter Haltung und schlechter Durchlüftung kann es zu Pilzbefall von Körperteilen einer Spinne kommen. Meist sind davon die Tarsen, die Cheliceren oder das Abdomen betroffen. Die Pilzkulturen beienträchtigen mit ihrem Stoffwechsel stark die Funktionen der Spinne und führen über kurz oder lang zum Tod der Spinne, wenn sie nicht behandelt wird. Pilzbefall äußert sich meist durch helle wuchernde Flecken auf den betroffenen Körperteilen. Die Ausbreitung geht meist recht schnell, so dass schnell gehandelt werden muss. die Behandlung ist in vielen Fällen gut möglich und erfolgt durch betupfen der betroffenen Stellen durch Alkohol aus der Apotheke. Es gibt auch berichte über Behandlung mit speziellen in Apotheken erhältlichen Mitteln gegen Pilze. Die Behandlung muss unter Umständen einige male wiederholt werden. Auch hier gilt: sparsam mit den Mitteln und vor allem mit dem Alkohol umgehen. Die Spinne kann durch Alkohol schnell vergiftet werden, da er meist in hohen Konzentrationen vorliegt und damit sehr giftig ist.

 

Parasitenbefall

Als Parasiten können hier Wespenlarven, Würmer, Milben und Fliegenlarven aufgeführt werden. Befall durch Wespenlarven kann im Terrarium eher nicht vorkommen, es sei denn die Spinne ist ein Wildfang und war bereits beim Erwerb befallen. Würmer können eine Spinne dagegen auch im Terrrarium befallen. Nicht rechtzeitig entfernes Futter oder falsche z.B. zu feuchte Haltung kann ebenfalls zu Wurmbefall führen. Eine befallene Spinne erkennt man am Verhalten. Sie frisst nicht, sitzt meist auf einer Stelle und wird immer dünner und schwächer. Leider ist bei Befall mit Wespenlarven oder Würmern keine Behandlung möglich, so dass diese unweigerlich zum Tod der Spinne führen. Anders sieht es aus bei Milbenbefall. Milben sind nur einige millimeter kleine Tierchen, die sich am Körper der Spinne festkrallen und den Chitinpanzer durchbohren. Sie sauche die Säfte der Spinne. Da sie sehr klein sind, können sie keinen großen Schaden anrichten, wenn sie in kleinen Mengen auftreten. Wird die Spinne aber massiv befallen, sollte sie unbedingt behandelt werden. Dies kann ebenfalls durch Betupfen der Milben mit Alkohol erfolgen. Sie fallen danach tot von der Spinne ab.
Weitere Parasiten sind Fliegenlarven, die z.B. den Kokon der Spinne befallen können. Sie nisten sich im Kokon ein und schädigen die darin enthaltenen Eier. Die Eier verderben und das kann dazu führen, dass der Kanze Kokon zu schimmeln beginnt und damit verloren geht. Dagegen kann man leider auch nichts tun sondern nur hoffen, dass es nicht dazu kommt. Mittel gegen Fliegen sind im Terrarim zu vermeiden, weil sie meist Giftstoffe freisetzen und zur Vergiftung der Spinne führen können.

 

Infektionen und andere innerer Erkrankungen

Es gibt noch eine Menge innerer Krankheiten und Infektionen, die Spinnen erleiden können. Sie sind jedoch weitgehend unerforscht, so dass es dazu auch keine Behandlungsmöglichkeiten gibt. Diese Erkrankungen äußern sich z.B. durch braune oder weiße Flecken im inneren des Abdomens. Manche heilen von selbst, andere führen zum Tod der Spinne. Man sollte der Spinne aber auf jeden Fall die Zeit geben sich selbst zu heilen und nicht zu schnell entscheiden, dass sie keine Übelebenschancen hat und sie in der Tiefkühltruhe einfrieren. Erst wenn mit absoluter Sicherheit gesagt werden kann, dass die Spinne die Erkrankung nicht überstehen wird, sollte dieser Schritt erfolgen.



 

Sonstige Gefährdungen

Neben den bereits aufgeführten Verletzungen und Krankheiten können Vogelspinnen einer Menge weiterer Gefährdungen ausgesetzt sein, die sich meist durch falsche Haltung ergeben. Dazu gehören z.B. Verletzungen die bei der Häutung entstehen, wenn die Tiere zu trocken gehalten werden. Dabei kann es passieren, dass die alte Haut sich nicht optimal abstreifen lässt. Das führt dazu, dass die Spinne im schlimsten Fall mit einem oder mehreren Beinen nicht aus der alten Haut rauskommt und die Haut damit an der Spinne hängen bleibt. Die Spinne wird dadurch in Ihrer Bewegung massiv eingeschränkt und kann z.B. keine Futtertiere mehr fangen. Manchmal kann es auch passieren, dass die alte Haut am Abdomen hängen bleibt. In diesem Fall darf man auf keinen Fall an der alten Haut ziehen um sie abzulösen. Es kann dabei passieren, dass man die neue Haut des Abdomens aufreißt, wenn sie mit der alten fest verklebt ist. In solchen Fällen muss die alte Haut sehr vorsichtig mit einer Schere abgeschnitten werden. Man sollte damit aber nicht zu früh kommen. Die Spinne sollte erst selbst genug Zeit haben sich selbst zu Häuten. Wenn sie nach einem halben Tag immer noch mit Körperteilen in der alten Haut steckt, sollte man überlegen ob man die betoffenen Beine amputiert sollte oder die Hautfetzen mit einer Schere abschneiden sollte. Wenn allerdings die Cheliceren betroffen sind muss man mit größter Vorsicht vorgehen. Ein Abbrechen der Cheliceren oder der Klauen führt dazu, dass die Spinne sich nicht mehr selbst ernähren kann. Eine künstliche Ernährung ist nicht möglich, deshalb ist eine Spinne ohne funktionierende Cheliceren zum Sterben verurteil.
Weiterhin kann eine Spinne im Terrarium austrocknen. Das kann schneller passieren als man denkt. Manche Arten sind auf sehr hohe Feuchtigkeit angewiesen. Sie benötigen richtig feuchten oder sogar nassen Boden. Wenn eine Spinne am Austrockenen ist, liegt sie meist mit unter den Körper gekrümmten Beinen da. In vielen Fälen ist es noch nicht zu spät wenn es so aussieht. Solange die Spinne noch lebt, bestehen noch gute Chancen sie zu retten. Man muss sie nur in eine Schale mit Wassser legen. Nach einigen Stunden wird sie sich wieder erholen und keine bleibenden Schäden zurückbehalten.
Als weitere Gefährdung kann der Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln im Raum mit den Spinnenterrarien aufgeführt werden. Das Gift wirkt ebenso wirkungsvoll auf Spinnen wie auf Fliegen, wenn auch nicht so schnell und in höheren Konzentrationen.

 

 

 

 

 
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